IRF Communications Studie zur Financial Guidance der grössten börsenkotierten Schweizer Gesellschaften
Zürich, 3. Januar 2017 – Die grössten börsenkotierten Schweizer Unternehmen erkennen den strategischen Nutzen einer Guidance und nennen im Rahmen ihrer Jahresberichterstattung zukunftsgerichtete Zielgrössen. Laut einer im Dezember 2016 von IRF Communications durchgeführten Studie gibt eine deutliche Mehrheit eine finanzielle Guidance über einen Horizont von einem Jahr ab. Im Ausblick äussern sich sämtliche dem SMI Expanded zugehörenden Unternehmen zu qualitativen Zielgrössen, rund zwei Drittel der Unternehmen auch zu quantitativen Zielgrössen.
Eine klare Mehrheit der grössten börsenkotierten Schweizer Unternehmen gibt im Rahmen ihrer Jahresberichterstattung eine qualitative und quantitative Guidance ab. Der Anteil der Unternehmen, die sowohl quantitative als auch qualitative finanzielle Messgrössen anführen, beträgt 64%. Leicht unterschiedliche Tendenzen zeichnen sich zwischen den im SMI kotierten Unternehmen und ihren Mitbewerber aus dem SMI MID ab. Während die SMI-Unternehmen qualitative Zielgrössen ausführlicher diskutieren, legen die SMI MID-Unternehmen den Fokus eher auf quantitative Messgrössen.
Unsichere externe Faktoren
Bei den quantitativen Grössen nehmen die Unternehmen am häufigsten Bezug auf den Umsatz und den Betriebsgewinn (EBIT/EBITA/EBITDA), gefolgt von Gewinn/Gewinn pro Aktie (21%). Weitere Kennzahlen, wie beispielsweise Cashflow, Eigenkapitalrendite oder die Höhe der Dividende, werden mit ansteigender Tendenz thematisiert.
Bei den qualitativen Guidance-Kriterien führt bei den internen Parametern die Entwicklung einzelner Geschäftsfelder oder Produktgruppen die Rangliste an, zu welchen 53% der befragten Unternehmen eine Guidance abgeben. Es folgt die Diskussion der Umsatz- und Gewinnentwicklung, bei welcher auf präzise Zielgrössen verzichtet wird. Zurückhaltender sind die Unternehmen mit Aussagen zur geografischen Verankerung (26%), zur Marktposition (21%) oder zur Entwicklung gegenüber dem Marktdurchschnitt (13%).
Bei den externen Faktoren nimmt die Beschreibung der Marktentwicklung, zu der sich 40% der Unternehmen äussern, den Spitzenrang ein. Zaghafter fällt die Diskussion zu markroökonomischen Faktoren wie die Konjunkturentwicklung oder Währungsprognosen aus und reflektiert mitunter die ungewissen Konjunkturaussichten, zu der auch aufkeimende protektionistische Tendenzen ihren Beitrag leisten. Wenig überrascht, dass SMIUnternehmen eher vorsichtiger sind mit der Diskussion externer Faktoren. Aufgrund ihrer Grösse operieren diese tendenziell in mehr Märkten, was eine entsprechende Diskussion zusätzlich erschwert.
Kurzfristige Prognosen dominieren
Über 60% der Unternehmen führen in ihrer Strategiediskussion weitere nicht-finanzielle Key Performance Indikatoren (KPIs) an. 38% definieren soziale und 36% ökologische Zielgrössen. Rund jedes vierte Unternehmen thematisiert Qualitätskriterien und -standards. Die Unsicherheit und vage Vorhersehbarkeit zeigt sich auch beim Prognosezeitraum. 83% der Unternehmen äussern sich zur Entwicklung innerhalb der nächsten 12 Monate. Weitaus seltener sind finanzielle Ergebniserwartungen, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Mittelfristige Prognosen geben noch knapp 30% der Unternehmen ab, während sich nur jedes fünfte Unternehmen zu den langfristigen Erwartungen äussert.
Die vollständige Studie kann nachfolgend als PDF heruntergeladen werden.