Krisenkommunikation für Behörden
Wenn eine politische Behörde oder ihre Vertreterinnen und Vertreter plötzlich im öffentlichen Fokus stehen, muss die Kommunikation unter Zeitdruck funktionieren. Informationen sind häufig noch unvollständig, Medien fragen bereits nach, auf Social Media entstehen Diskussionen und die Bevölkerung erwartet Antworten.
IRF unterstützt Behörden, in anspruchsvollen Situationen rasch, koordiniert und glaubwürdig zu kommunizieren. Wir unterstützen bei präventiven Massnahmen sowie im konkreten Ereignisfall.
Systeme fallen teilweise oder komplett aus oder sensible Daten sind betroffen. Gleichzeitig ist häufig noch unklar, was genau passiert ist und welche Informationen kommuniziert werden können.
Hochwasser, ein Sturm oder ein Erdrutsch können Menschen und Infrastruktur abrupt beeinträchtigen. Gefragt sind rasche Lageinformationen, klare Verhaltenshinweise und eine koordinierte Kommunikation mit Einsatzkräften und Bevölkerung.
Ein Grossbrand oder eine Explosion erzeugen hohen Informationsdruck. Behörden müssen bestätigte Fakten, Schutzmassnahmen und Zuständigkeiten laufend und verständlich kommunizieren.
Ein Ausfall von Strom, Wasser, Verkehr oder IT betrifft rasch viele Menschen. Priorität haben klare Angaben zu Auswirkungen, Ersatzlösungen, Verhaltensempfehlungen und dem erwarteten weiteren Verlauf.
Bei Gewaltandrohungen oder akuten Bedrohungen stehen Schutz und Einsatzführung im Vordergrund. Kommunikation muss Sicherheitshinweise vermitteln, Spekulationen vermeiden und Betroffene schützen.
Pandemien, Epidemien, Versorgungsengpässe oder andere Gesundheitskrisen führen zu Unsicherheit. Behörden müssen Massnahmen nachvollziehbar erklären und Informationen mit Fachstellen und Leistungserbringern abstimmen.
Untersuchungen, Rechtsverfahren oder Vertrauensverluste von Behördenmitgliedern können die Handlungsfähigkeit einer Behörde infrage stellen. Eine transparente, rechtlich abgestimmte Kommunikation schafft Orientierung und wahrt die Glaubwürdigkeit.
Belastungen von Boden, Wasser oder Luft können grosse Besorgnis auslösen. Behörden müssen Risiken, Abklärungen und Sanierungsschritte transparent erklären und den Dialog mit Betroffenen sichern.
Wer Rollen, Zuständigkeiten und Entscheidungswege erst im Ereignisfall klärt, verliert wertvolle Zeit. Eine funktionierende Kommunikationsorganisation schafft die Voraussetzung dafür, auch unter Druck handlungsfähig zu bleiben.
Zu Beginn einer kritischen Situation ist die Informationslage oft unvollständig. Glaubwürdigkeit entsteht jetzt durch Transparenz darüber, was bekannt ist, was noch abgeklärt wird und wann weitere Informationen folgen.
Direktbetroffene, Mitarbeitende, Bevölkerung, politische Gremien und Medien haben unterschiedliche Informationsbedürfnisse. Entscheidend ist, diese früh zu priorisieren und Kommunikation über die verschiedenen Kanäle hinweg gezielt zu koordinieren.
Auch die beste Strategie muss überzeugend vertreten werden. Sprecherinnen und Sprecher müssen Kernbotschaften auf den Punkt bringen, schwierige Fragen beantworten und auch unter Druck souverän auftreten können.
Behörden stehen in einem besonderen Spannungsfeld zwischen öffentlichem Informationsanspruch, politischen Erwartungen, rechtlichen Rahmenbedingungen und dem Schutz von Betroffenen. Kommunikation muss deshalb nicht nur schnell, sondern auch sorgfältig, nachvollziehbar und institutionell glaubwürdig sein.
Unser Angebot für Behörden
Kommunikation muss ein elementarer Bestandteil der Krisenführung sein. Mit unseren drei Modulen begleiten wir Sie im Vorfeld, damit Sie im Ernstfall rasch, koordiniert und glaubwürdig kommunizieren können.
Modul 1 – Kommunikationscheck
- Ausgangslage, Erwartungen und bestehende Kommunikations- und Krisenorganisation
- Rollen, Verantwortlichkeiten, Stellvertretungen sowie Alarmierungs- und Freigabeprozesse
- Erreichbarkeit, Reaktionsfähigkeit und interne Informationswege
- Medien- und Stakeholderanalyse, Kanäle und technische Verfügbarkeit im Krisenfall
- Vorhandene Grundlagen: Krisenkommunikationsplan, Kontaktlisten, Vorlagen, Q&A
- Schnittstellen zu Partnerorganisationen und übergeordneten Behörden
- Schwachstellen, Handlungsbedarf und priorisierte Massnahmen
Modul 2 – Klassisches Medientraining
- Grundlagen der Behördenkommunikation und Erwartungen der Anspruchsgruppen
- Rolle und Verantwortung als Sprecherin bzw. Sprecher
- Kernbotschaften entwickeln und komplexe Sachverhalte verständlich erklären
- Kommunizieren bei unvollständiger oder unsicherer Informationslage
- Kritische Fragen, Spekulationen und Falschinformationen souverän beantworten
- Körpersprache, Stimme und Präsenz sowie Kamera- und Interviewtraining
- Individuelles Feedback und konkrete Verbesserungsempfehlungen
Modul 3 – Krisensimulation
Vorbereitung und Lagebild
- Realitätsnahes Szenario mit Bezug zum Aufgaben- und Verantwortungsbereich der Behörde
- Aktivierung der Krisenorganisation und Erstellung eines ersten Lagebilds
- Koordination mit Führungsstab, Fachstellen, Einsatzorganisationen und weiteren Behörden
Kommunikation unter Druck
- Entwicklung von Kommunikationszielen und Kernbotschaften: Prioritäten setzen und verständliche, konsistente Botschaften formulieren
- Interne und externe Krisenkommunikation abgestimmt führen
- Medien- und Öffentlichkeitsdruck: Anfragen, Social Media, Gerüchte, Injects
- Sprechertraining: Statements
Auswertung und Lernen
- Strukturierte Beobachtung von Abläufen, Entscheidungen und Schnittstellen
- Debriefing: Stärken, Herausforderungen, kritische Situationen
- Priorisierte Handlungsempfehlungen für Pläne, Rollen und Freigaben

